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Schiffe und Mannschaften

Für die Wikinger der Sagas sind die Schiffstypen einigermaßen bekannt. Bei den Kriegsschiffen handelte sich in der Regel um Langschiffe unterschiedlicher Größe. Dass die Wikinger auf diesen Schiffen Pferde zu ihren Raubzügen mitführten, ist unwahrscheinlich. In den Quellen wird dazu nichts berichtet. Angesichts der Ruderbänke im Abstand von 70–100 cm und der zu verstauenden Ausrüstung wäre das auch eher schwierig gewesen, zumal Wasser und Futter hätten mitgeführt werden müssen. Soweit Pferde zum Einsatz kamen, dürften sie vor Ort requiriert worden sein. Asser berichtet, die Normannen hätten zur Belagerung von Rochester 884 ihre Pferde von Frankreich mitgebracht. Im übrigen berichten er und die Anglosaxon Cronicle (zum Jahr 866), dass die Pferde vor Ort requiriert wurden.[131] Ob die Wikinger selbst zu Pferde kämpften, ist nicht überliefert. Aber der Kampf zu Pferde war durchaus bekannt.

Bei den Wikingereinfällen im Frankenreich wird in keiner Quelle die Zahl der beteiligten Krieger genannt, sondern nur, dass es sich um ungeheure Mengen gehandelt habe. In einigen Quellen wird aber die Zahl der Schiffe angegeben. Um welche Schiffe es sich handelte, wird nicht gesagt. In angelsächsischen Quellen ist von “scip-hlæst” die Rede, was eine Kampfgemeinschaft auf einem Schiff bedeutet, ohne dass es einen Hinweis auf die Zahl gibt. Zettel geht von einer durchschnittlichen Mannschaftsstärke von 25–50 Männern aus. Das würde den kleinsten Langschiffen (13-Ruderer) entsprechen und multipliziert diese Zahlen mit den seltenen Angaben über die Schiffszahlen.[132] So kommt er dazu, dass die in den “Reichsannalen” erwähnten 13 Schiffe,[133] die die flandrische Küste brandschatzten, eine Mannschaftsstärke von 350 bis 650 Mann transportierten. Das klingt plausibel, da sie von der örtlichen Bevölkerung abgewehrt werden konnten. Die Miracula S. Filiberti erwähnen 843 einen Angriff auf Nantes mit 67 Schiffen,[134] was zu einer Truppe von zwischen 1.700 und 3.400 Mann führen würde. Eine weitere Quelle schildert eine Flotte von 120 Schiffen, die 845 in die Seine einlief und nach Paris vorrückte.[135] Dieser Zahl würde eine Mannschaftsstärke zwischen 3.000 und 6.000 Mann entsprechen. Dann heißt es aber weiter, dass König Karl sich zwar zum Kampf rüstete, aber einsah, dass er die Normannen unmöglich besiegen konnte. Dass Karl aus seinem Hinterland keine entsprechende Truppe hat aufstellen können, erscheint wenig plausibel. Die Zahl der Wikinger dürfte da unterschätzt worden sein. Im Jahre 852 sollen die Normannen mit 252 Schiffen Friesland heimgesucht und Abgaben erhoben haben.[136] Diese knappe Schilderung ohne Erwähnung von irgendwelchen Zerstörungen lässt nicht auf Wikinger sondern auf eine Flotte des dänischen Königs schließen. Es würde sich um eine Mannschaftsstärke zwischen 6.300 und 12.600 gehandelt haben. Zettel hält die Zahl der Schiffe für zu hoch,[132] weil er von Wikingern ausgeht. Eine weitere Zahlenangabe findet sich in den Gesta Conwoionis Abbatis aus dem Kloster Redon an der Vilaine. Danach seien die normannischen Zerstörer von Nantes mit 130 Schiffen in die Vilaine eingelaufen. Das würde zu einer Mannschaftsstärke von 2.600 bis 6.500 Mann führen.[134] Vom Normannenkönig Horich wird gesagt, er habe 600 Schiffe auf der Elbe gegen König Ludwig einlaufen lassen, was zu einer Mannschaftsstärke zwischen 15.000 und 30.000 Mann führen würde. Sie seien von einem Sachsenheer besiegt worden.[137] Diese Zahl wird allgemein als unglaubwürdig angesehen und die Zahl von 60 für wahrscheinlicher gehalten.[138] Diese Zahlen geben aber allenfalls die Größenordnungen wieder. Sie gehen von den kleinsten Langschiffen aus und unterstellen, dass alle Wikingerflotten nur mit diesem Schiffstyp operiert hätten.




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